Warum der APS-C und Super 35 Modus an A7III und A7RIII mehr Sinn macht als man denkt

In div. Diskussionen kam schon mehrfach das Thema auf, was denn der APS-C/Super 35mm Modus für ein Sinn macht. Meist wird dann nur genannt, dass man damit seine vorhandenen APS-C Objektive der A6xxx bzw NEX Serie an einer Vollformat Kamera aus der A7/A9 Serie weiterverwenden kann, was aber den Nachteil mit sich bringt, dass man ordentlich Megapixel verliert.

Darüber hinaus bietet der APS-C/Super 35mm Modus aber auch noch weitere Aspekte, die ihn für bestimmte Szenarios sogar sehr interessant machen können, und diese werden meist nicht genannt, und diese will ich in diesem Beitrag mal etwas näher beleuchten.

Verwendung von APS-C Objektiven an Vollformat

Durch den APS-C Modus kann man die kleineren APS-C Objektive auch an Vollformat Kamera verwenden. Durch den kleineren Bildkreis der APS-C Objketive bekommt man jedoch eine starke Vignettierung an Vollformat, da der Sensor nicht vollständig ausgeleuchtet wird. Der APS-C Modus der Kamera beschreiet deshalb den nicht ausgeleuchteten Bereich, was zur Konsequenz hat, dass man Megapixel verliert.
An der A7III bleiben von den eigentlich 24MP dann nur 10,6MP übrig, und an der A7RIII bleiben von den 42MP dann nur 18,8MP übrig.

Vergrößerter Bildausschnitt

Durch den Crop Faktor von 1,5 der zwischen APS-C und Vollformat existiert erhalten wir ein resultierendes Bild das bzgl. seines Bildausschnitts vergrößert ist und dadurch näher am Motiv ist, wir haben sozusagen eine “Brennweitenverlängerung”, wobei sich die Brennweite nicht wirklich verlängert sondern nur entsprechend äquivalent verhält. Die ist sehr hilfreich, wenn einem die Brennweite des Objektivs ausgeht, besonders im Tele Bereich kommt einem dies in der Regel sehr entgegen. In diesem Fall den APS-C Modus zu verwenden ist vor allem dann interessant, wenn man bei der Aufnahme schon weiß, dass man später in der Nachbearbeitung sowieso nur einen Ausschnitt von Bild verwenden will um das Motiv zu vergrößern. Man beschneidet sozusagen schon direkt in der Kamera und nicht erst später in der Nachbearbeitung. Weiterer Nebeneffekt, das Motiv im Sucher- und Display ist auch entsprechend vergrößert, was einem das anvisieren und fokussieren erleichtert.

Sweet Spot

Wenn man Vollformat Objketive im APS-C/Super 35mm Modus verwendet nutzt man das besonders scharfe Zentrum des Objektivs und hat weniger Vignettierung oder unscharfe Ränder (Sogenannter „Sweet Spot“)

Besser AF Abdeckung (nur A7RIII)

Die Phasen AF Abdeckung der A7RIII beträgt nur 68% und konzentriert sich auf das Zentrum des Bildsensors. Am Rand des Bildsensors hat man keine AF Sensoren. Wenn man jedoch den APS-C/Super 35mm aktiviert, wird nur das Zentrum des Bildsensors verwendet und der Randbereich ohne AF Sensoren wird nicht verwendet, dadurch hat man eine besser AF Sensor Abdeckung bis hin zum Rand der aktiven Sensorfläche.
Hinweis: Dieser Vorteil besteht nur an der A7RIII, an der A7III hat man bereits von Hause aus eine besser AF Abdeckung. Das folgende Bild veranschaulich die AF Abdeckung an der A7RIII:

Mehr Seriebildnaufnahmen

Da im APS-C/Super 35mm Modus die Auflösung auf 18MP bzw. 10MP reduziert wird können bei Serienaufnahme mehr Bilder in den Zwischenspeicher gespeichert werden bis dieser voll ist und die Serienaufnahme verlangsamt. Dieser Vorteil ist zum Teil sehr beträchtlich. Bei Serienaufnahme im Modus „Hi“ mit 8 Bilder pro Sekunde bei Compressed RAW schafft man so z.B. 400-500 Serienbilder am Stück, zum Vergleich ohne APS-C/Super 35mm schafft man nur ca. 70 -80 Bilder bis der Zwischenspeicher voll ist.

Weniger Datenmenge

Die 10 bzw. 18 Megapixel des APS-C/Super 35mm Modus sind für vieles ausreichend. Die reduzierte Megapixel Anzahl bedeutet letztendlich weniger Datenmenge und auch weniger Platzbedarf auf der SD Karte und auf dem PC, schneller Transferzeiten, und eine schnellere Nachbearbeitung.

Besser Videoqualität (Nur A7RIII)

Wenn sich die A7RIII im APS-C/Super 35mm Modus befindet zeichnet sie ein 5K Videobild auf, welches auf 4K heruntergerechnet wird. Dies erhöht die Bildqualität. Ohne APS-C/Super 35mm Modus wird hingegen direkt in 4K aufgezeichnet und überschüssige Pixel verworfen. Hinweis: Dieser Vorteil bezieht sich nur auf die A7RIII.

Zwei “Brennweiten” auf Knopfdruck

Bei Verwendung eines Vollformat  Objektives besteht die Möglichkeit sich die Funktion zum Umschalten zwischen Vollformat und APS-C/Super 35mm Modus auf eine Benutzerdefinierte Taste der Kamera zu legen. Hierdurch kann man „on the fly“ zwischen der eigentlichen Vollformat Bild und des APS-C Bildausschnitt hin und her schalten, sozusagen zwei “Brennweiten” in einer. Auch besonders interessant im Video Modus mit Festbrennweiten als Zoom Ersatz.

Kompakter unterwegs sein

Will man mal kompkater unterwegs sein und hat keine Lust die großen und schweren Vollformat Objektive herum zu schleppen, dann kann man auch mal die deutlich kompakteren APS-C Objketive verwenden (jedoch natürlich mit dem Nachteil der kleineren Sensorfläche und der reduzierten Megapixel)

Schlusswort

Der Vollständigkeit halber noch das entsprechende Kapitel aus dem Sony A7RIII Handbuch
https://helpguide.sony.net/ilc/1710/v1/de/contents/TP0001630703.html

 

In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch auf ein paar interessante Videos zum Thema verweisen:

Mark Galer’s APS-C Mode on Sony Alpha Full-Frame Cameras

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=h6_O8PQDI8U

 

Daniel Ockeloen’s A7RIII FF & CROP mode switching, the uses and warning

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=RcSHm9oAwCY

 

Daniel Ockeloen’s A7RIII Buffer Clear + Size – RAW CROP to CARD1 578 shots write 30,1sec

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=jEyiT048xY4
Andreas Mariotti
Über den Autor:
Mein Name ist Andreas Mariotti und ich komme aus Alzenau im Rhein-Main-Gebiet zwischen Frankfurt und Aschaffenburg. Ich beschäftige unter anderem mich mit der Konzertfotografie, Reisefotografie und der Peoplefotografie.

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